Menschen im Vergleich

Mit der Zeit stellt man fest, dass Menschen wie Bücher sind. Einige täuschen mit dem Umschlag, und einige überraschen mit dem Inhalt.

Es ist vieles verloren gegangen, die Denkweise des Zusammenlebens hat sich verändert, man merkt dies am besten, wenn man älter wird. Doch, war dies nicht schon immer so?

Zitat:

Mach dir keine Gedanken um die Menschen aus deiner Vergangenheit, denn es hatte seine Gründe, weshalb sie es nicht in deine Zukunft geschafft haben…

…nun sitze ich hier

Also dieser Tag war eigentlich ein guter, so wie es geplant war und wir vier fuhren nach Bern um Marlen zu treffen. Marlen ist meine grosse Schwester, sie arbeitet ausserhalb der Stadt Bern, wohn aber in der Stadt, oberhalb eines Blindenheimes. Wir waren kurz vor Mittag da und begaben uns in eine nahe Pizzeria, wo wir dann Marlen trafen, natürlich hatten  wir eine feine Pizza gegessen, bevor wir Andreas, einen Blinden trafen. Natürlich durften die feinen Würste und Landjäger von Robi Lüthi als Geschenk nicht fehlen.  Das ist ein Stück Kultur, Handwerk Made in Villmergen, nur das feinste vereint zu einem super Produkt, mit Liebe gemacht und auch in Bern geschätzt.

Andreas ist ein Hüne, er war nicht immer Blind, dies hat ein Unfall verursacht, denke aber es geht ihm da gut und er fühlt sich wohl in seinem Zeimmer, am Computer und am Musik hören hat er ganz besonders freude, er schreibt auch gerne Emails und lässt sich diese vorlesen… Ebenso kann er sich die Zeitungen vorlesen lassen.

Mein jüngster hat ihn vor einem Jahr kennen gelernt und Andreas hat Freude an ihm.

Dieses Mal war auch mein grosser dabei, Andreas hatte grosse Freude an unserem Besuch.

Danach fuhren wir mit dem Bus in die Stadt, Station Bärenplatz um uns dort am Määrit ein wenig umzuschauen… Pflänzli kaufen, Brot und einen frischen Fruchtsaft zu geniessen.

Das typisch städtische, die vielen Leute sind nicht so mein Ding, doch Leute zu beobachten und zu erreten was wohl ihre Geschichte ist, kann sehr spannend sein.

…nun sitze ich hier auf dem Bahnhofplatz, mit meinen Jungs, es ist sehr heiss und die Sonne brennt.. und dies im April. Ganz illustere Leute laufen an uns vorbei, geschäftsleute, Frauen mit Kindern, auf der Strasse um den Bahnhof knattern immer wieder laute Töffs umher, sehen und gesehen werden ist das Motto. Die Bekleidung ist von Mantel bis Bikini, auch solche die besser einen Mantel statt eines Bikinis tragen würden… dann setzt sich eine älter Frau zu uns auf den Bank, sie redet ununerbrochen, dachte zuerst sie sei am telefonieren, doch weit gefehlt, beim näheren Betrachten sah sie sehr zerlumpt aus, sie sprach mit sich selber, hatte drei Taschen dabei, kaputte Schuhe und beim Lippenstift auftragen wahrscheinlich nicht so eine ruhige Hand, irgendwie tut mir so eine Person leid, wie kommt man nur so weit runter, was sind die Gründe dafür, wie ist ihre Geschichte?

Wir sind in der Hauptstadt der Schweiz und sehen so viele Randständige, meist mit Hund, ein Bier und eine Zigarette in der Hand, zu zweit, zu dritt und auch in Gruppen, warum haben sich die Leute dermassen aufgegeben? Warum hilft ihnen neimand? Eigentlich müsste es das in der Schweiz nicht geben, wollen die so ein Leben? Jeder kann selber wählen wo er sein will, ich zumindest würde alles dafür tun nicht da zu landen, es hat irgendwie nichts menschliches an sich, dass jemand aussteigen will, selbstversorger, Medienabsenz kann ich ja noch begreifen, die haben aber meistens ein Smart Phone, wer dies bezahlt weiss ich nicht, denke die Sozial Hilfe wird es schon richten…

Trotz allem ein sehr schöner Nachmittag mit der Erkenntnis, das es nicht immer einfach ist, aber ich bin ganz zufrieden mit meinem Leben.