Am heilige-n-Obig​(Gedicht vonRobert Stäger)

Villmärgertüütsch

Ganz lysli ghört mer Schrittli cho
Dur d’Haselmatt, durs Bänzelooh,
Vom Tannwald her, bem Aschp verby —
Ihr Chinde, wa cha da ächt sy?
Wer chund so spot? Es nachtet bald –
Be Schnee und Chälti dur de Wald?
Wer suecht de Wäg und macht gar fyn
Und wird umstrahlt vom Liechterschyn?
Es geischteret durab, duruf –
Mängs Rehli hed sis Chöpfli uf,
Mängs Füchsli gschwind vor d’Höhli stoht…
Si wüssid ned, wer dure goht,
Jetz tönt’s ufs Mol be gross und chly:
Da cha nur s’Wiehnechtchindli sy!
Vom Himmel isch es z’flüge cho,
Will z’Fuess jetz dur de Wald no goh,
Und d’Aengeli begleitid’s halt,
Will’s feischter ischt i eusem Wald.
Luegid!
I’s Heereräbe stoht’s jetz still
Und sinnet zerscht, wo’s änewill.
S’Laternli stellt’s ufs Bänkli ue,
Und alli Aengel losid zue.
„Do unde“ seid’s, „Im Dorf hed’s Chind
Wo brav und wo-n-au folgsam sind.
De Liebgott tued si freue dra,
Und alli müend es Gschänkli ha.
Di böse-n-aber, di fule Chind,
Und die, wo gar ned artig sind,
Und grob und fräch gäg alli Lüt –
Disäbe, nei, die bruchid nüd!“
Denn teilt s’Christchindli Gschänkli us
Und zeigt den Aengle Weg und Hus.
„Da Ditti,“ seid’s „do gross und fein,
Da Ditti chund i Geisslerain.
Da Rössli mit em lange Schwanz,
Es ghört is Oberdorf, em Franz.
Säb Oergeli, die gmolet Chueh
Und s’Chörbli chund i d’Wygass ue.
I Winkel treischt die Trummle deet,
I d’Dorfmatt abe säb Bageet,
Und d’Farbstift mit em Tintefass,
Gang flüg demit i d’Chilegass!“
Eso goht’s wyter, chrüz und quer,
Bald sind die Säckli alli leer.
Denn, alli Aengel uf der Stell
Folgid gern und flügid schnell.
’s Christchindli blibt allein no stoh…
Du gsesch es scho durs Bort abgoh.
Es düsselet dur d’Weiermatt,
Es passet uf, de Wäg isch glatt,
Und wie’s jetz bi de Chile stoht,
So lost’s was alls im Dorf und goht.
Jetz singid alli „Stille Nacht…“
Wie schön tönt da dur d’Winterpracht.
S’Christchindli nimmt’s Laternli uf
Luegt he und här, durab, duruf,
Und flügt voll Glanz und heiligi Rueh
Vom Dorf ewegg – – – i Himmel ue!

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