Der verschwundene Schmuck

Geschichte von Andy Koch, Villmergen

Sie fuhr sich mit der Hand durch die grauen Haare. Verflixt, ich kann ihn einfach nicht finden, sagte sie und keiner verstand, was Grosi meinte.

René und seine Familie, also Mami, Papi und sein kleiner Bruder Pascal, waren eingeladen worden von den Grosseltern. Grosi und Grospapi waren zwei Wochen in den Ferien gewesen und erst gestern zurückgekehrt. Ich kann mich nicht erinnern, wo ich ihn versteckt habe, sagte Grosi und schüttelte den Kopf. Was meinst du, Grosi? fragte René. Krümel des Schokoladenkuchens hingen rings um seinen Mund. Statt Grosi antwortete Grospapi: Grosi sucht ihren Schmuck. Sie versteckt ihn immer, bevor wir in die Ferien fahren. Sie glaubt, dass er sehr wertvoll ist und will ihn vor Einbrechern schützen.

René machte große Augen. Ist er wertvoll?

Natürlich ist er wertvoll. Grospapi macht sich immer lustig über mich, sagte Grosi und war etwas eingeschnappt. Ich hab‘ schon alles abgesucht und kann ihn nicht finden. Ich werde einfach nicht jünger.

Was für Schmuck vermisst du denn? wollte René von seinem Grosi wissen.

Sie überlegte und sagte dann: Meinen schönsten Schmuck. Einige Ringe und ein paar Halsketten. Wenn ich in die Ferien fahre, kann ich ja nicht alles mitnehmen. Wenn ich alles tragen würde, sähe ich aus wie ein geschmückter Weihnachtsbaum. Die ganze Familie lachte.

René suchte sofort die ganze Wohnung ab.

Es war verflixt, er drehte sich im Kreis. Grosi hatte ihren Schmuck versteckt und wusste nicht mehr wo. Spuren eines Einbruchs gab es weder an der Tür noch an den Fenstern. Warum musste Grosi auch so vergesslich sein und sich so schwierige Verstecke ausdenken.

Weil er nicht wusste, wie er den Fall lösen konnte, und Lust auf ein Eis spürte, fragte er seinen Grospapi: Darf ich ein Eis haben?

Schaffst du das denn noch nach dem ganzen Kuchen, den du verputzt hast? wollte Grospapi wissen.

Na klar doch!

Für mich auch, mischte sich Pascal ein. Mama legte den Kopf in ihre beiden Hände und fragte, wie es sein könne, dass ein so kleines Kind so viel essen konnte.

Du weisst doch, wo bei uns das Eis zu finden ist, oder? fragte Grospapi.

Im Gefrierfach, antwortete René.

Genau. Dann geh‘ und hol‘ dir ein Eis und bring für deinen kleinen Bruder eines mit, sagte Grospapi und René düste los.

In der Küche öffnete er erst den Kühlschrank und dann das Gefrierfach.

Ihm war klar, dass der Kühlschrank nicht zum Spielen gedacht war, nahm aber dennoch eine bunte Plastikdose heraus. Sie klapperte verdächtig. Dann ging René ein Licht auf und ein breites Lächeln war sofort auf seinem Gesicht zu sehen.

Grosi, Grosi! rief René, ich habe deinen Schmuck gefunden!

D Spinne Martha

Geschichte von Andy Koch, Villmergen

Oben auf dem Rietenberg gibt es die Chriesilochhöhle und eine Sandstein Felswand die gut und gerne 6 – 8 Meter hoch war. Wir haben vor bald 20 Jahren noch Selbst Rettungen mit der Feuerwehr an dieser Wand geübt. Auch die Höhle selber war so gross, dass wir als Kinder immer normal in die Höhle laufen konnten. Doch leider haben die Überschwemmungen in den letzten Jahren sehr viel Sand an diesen Ort gespült und so ist die Felswand nur noch gut 2 Meter Hoch und das Chriesiloch ist fast vollkommen zugeschüttet.

Oben rechts an der Felswand hat eine grosse Schwarze Spinne ihr Netz gespannt und wartet begierig auf allerlei Insekten die da im Wald herum fliegen und kriechen. Am Morgen und am Abend macht die Spinne immer guten Fang, was man ihr auch ansieht… sie wird immer dicker. Die Spinne heisst Martha und ist ansonsten beim Chriesiloch von allen sehr beliebt. Das kann auch Albert bestätigen, Albert ist eine Ameise, die immer alles was die Spinne Martha nicht brauchen kann runterwirft, das sammelt Albert ein und bringt es in den Ameisenhaufen um es weiter zu verwerten.

Nur die Faule Ameise Sepp will sich nicht überreden lassen mit Albert zusammen  die Insektenteile aufzulesen und liegt lieber etwas mehr an der Sonne. Albert will Sepp immer wieder daran erinnern, das Ameisen doch eigentlich alles fleissige Tiere sind und das in der Natur einfach so ist, doch Sepp will sich nicht davon abbringen auch noch etwas das Leben zu geniessen.

Sobald Martha im Spätherbst wieder einen Cocon webt um den Winter über darin zu schlafen, bringt sie jeden Tag Ihr Netz wieder ein Ordnung und pflegt es so gut, dass dieses Netz für alle fast nicht sichtbar ist.

Martha